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Schwerpunkte

Die Klinik für Kinderchirurgie des UKSH ist die einzige Fachabteilung für Kinderchirurgie in Schleswig- Holstein. Wir bieten das vollständige Leistungsspektrum ambulanter und stationärer Kinderchirurgie an.

Schwerpunkte der Klinik für Kinderchirurgie

1. Angeborene Fehlbildungen

  • Fehlbildungen der Speiseröhre und des Zwerchfells
  • Fehlbildungen des Darmes (Dünndarmatresie, Duodenalatresie)
  • Anorektale Fehlbildungen (M. Hirschsprung, Analatresie)
  • Bauchwanddefekte (Omphalozele und Gastroschisis)

2. Kinderurologie und Störungen der Geschlechtsentwicklung

  • Hypospadie
  • AGS
  • Vesikoureteraler Reflux
  • Ureterabgangsstenose
  • Androgenresistenz
  • Gonadendysgenesie
  • Mikropenis

3. Unfälle und Verbrennungen

  • D-Arzt-Zulassung
  • Verbrennungszentrum
  • Knochenzysten und Fehlstellungen

4. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

  • M. Crohn
  • Colitis ulcerosa

5. Tumoren und Fehlbildungen des Gefässsystems

  • Hämangiome
  • vaskuläre Fehlbildungen

Das operative Spektrum unserer Klinik umfasst

  • Spezielle Kinderchirurgie (Ösophagusatresie, Duodenalatresie, Dünndarmatresie, M. Hirschsprung, Analatresie, Motilitätsstörungen des Darmes, Kurzdarmsyndrom, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)
  • Minimalinvasive Operationen von Lungenerkrankungen und Fehlbildungen 
  • Chirurgie der angeborenen Fehlbildungen 
  • Unfälle und Sportverletzungen 
  • Trichterbrust 
  • Verbrühungen und Verbrennungen 
  • Kinderurologie 
  • Störungen der Geschlechtsentwicklung (DSD) (www.netzwerk-is.uk-sh.de
  • Kinderonkologie und gutartige Tumoren 
  • Hämangiome und Lymphangiome

Es werden pro Jahr 1900 Eingriffe unter stationären und ca. 500 Eingriffe unter ambulanten Bedingungen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit anderen Fachkliniken des Universitätsklinikums werden die Patienten bereits vor der Geburt, in der Früh- und Neugeborenenperiode, im Kleinkindes- und Schulkindesalter sowie als Jugendliche bis 16 Jahre, auf  Wunsch auch darüber hinaus, betreut. Speziell ausgebildetes Personal steht Ihnen und Ihrer Familie 24 Stunden, 7 Tage in der Woche, in kindgerechter Umgebung zur Verfügung.

Durch ständige Weiterbildung, den kritischen Vergleich im nationalen und internationalen Umfeld, modernste technische Ausstattung und Verfahren versuchen wir den hohen Anforderungen unserer Patienten gerecht zu werden.  Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt auch den langfristigen Folgen von Fehlbildungen und kinderchirurgischen Erkrankungen. Wo dies geboten ist, erfolgt die Behandlung in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Plastische Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Gynäkologie.

Informationen zu einzelnen Krankheitsbildern erhalten Sie hier.

Gastroenterologie: Atresien,  Kurzdarmsyndrom und Motilitätsstörungen

Viele Erkrankungen und Fehlbildungen  können zu einem Verlust von Darmlänge führen, so dass eine ausreichende Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit nicht möglich ist.

Dazu gehören:

  • Fehldrehung des Darmes (Malrotation, Volvulus)
  • Störung der Bauchwandentwicklung mit offenem Bauch (Gastroschisis, Omphalozele)
  • Untergang von Dünndarmsegmenten durch Minderdurchblutung während der embryonalen Entwicklung (Dünndarmatresie), 
  • Störung der Darmdurchblutung/Darminfektion bei Frühgeborenen (nekrotisierende Enterokolitis)

Eine ähnliche Situation kann durch eine Störung der Peristaltik (Motilitätsstörungen wie beim weit ausgedehnten Morbus Hirschsprung oder bei der intestinalen Pseudoobstruktion) hervorgerufen werden. Die Kinder müssen dann zusätzlich parenteral über einen Venenkatheter ernährt werden, um wachsen und gedeihen zu können.

Zur Klärung der vielschichtigen Probleme dieser Kinder können wir neben der klinischen und laborchemischen Untersuchung auch  die Sonographie, konventionelle Röntgenuntersuchungen, Kernspintomographie, Magen- und Darmspiegelungen einsetzten.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der pädiatrischen Gastroenterologie im Hause (OÄ Dr. M. Kohl), den Abteilungen für Endoskopie und Gastroenterologie der Inneren Medizin und der Kinderradiologie sowie der Kinderpsychosomatik können wir ein umfassendes Behandlungsangebot anbieten. Eine besondere Kompetenz besteht in der operativen Anlage von Broviak- und Portkathetern unter besonders erschwerten Umständen (Venenverschlüsse)

Kinderurologie

Nieren, Harnleiter und Geschlechtsorgane entstehen während der Embryonalentwicklung in enger Nachbarschaft. Entwicklungsstörungen dieser Organe gehören zu den häufigsten Fehlbildungen und betreffen ca. 1 % der Bevölkerung. Fehlbildungen des Harntraktes begünstigen Harnwegsinfektionen und stören die Entwicklung der Nieren und ihrer Funktion. Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane, insbesondere des Penis (z. B. Hypospadien) sind ebenfalls sehr häufig.

Für die Diagnostik und Behandlung dieser Fehlbildungen sowie für die Erkrankungen der Blase stehen ein erfahrenes Team sowie eine spezielle technische Ausstattung zur Verfügung. Störungen der Blasenentleerung können in den meisten Fällen ohne Einführung eines Katheters oder Röntgendiagnostik erkannt und behandelt werden. Es besteht eine enge Kooperation mit dem Team der Kindernephrologie, so dass gemeinsame Terminabsprachen möglich sind.

Da Erkrankungen und Untersuchungsmethoden in diesem Bereich die psychosexuelle Sphäre des Kindes berühren, ist uns besondere Rücksichtnahme wichtig.

Unsere Leistungen beginnen bereits vor der Geburt bei der pränatalen Beratung. Erweiterung des Nierenbeckens beim Fetus gehören zu den häufigsten Auffälligkeiten, nur selten ist aber eine Operation im Neugeborenenalter erforderlich. Zumeist sind sonographische Verlaufskontrollen ausreichend. Durch die Anwendung spezieller Ultraschalltechniken können wir den Einsatz von Röntgen- und Katheteruntersuchungen auf ein Minimum reduzieren. Bei chirurgischen Eingriffen kommen zumeist minimal-invasive Methoden zur Anwendung. Beispiele sind die minimalinvasive Nierenbeckenplastik, minimalinvasive Nephrektomie oder Heminephrektomie (Entfernung der Niere oder funktionsloser Nierenanteile) sowie die Behandlung des vesikoureteralen Refluxes.

Für Kinder mit ureterovesikalem Reflux führen wir eine gründliche klinische und sonographische Beurteilung durch. Unser Ziel ist dabei, alle Faktoren, die auf eine spontane Besserungstendenz hinweisen zu erfassen. Refluxoperationen sind deutlich seltener erforderlich, als früher vermutet. Sie stellen ein sehr kontroverses Thema dar. Durch einen Kombinationstermin mit einem Kindernephrologen und einem Kinderchirurgen kann ein interdisziplinär tragfähiges Behandlungskonzept entwickelt werden. Unser Konzept sieht vor, bei Kindern mit wenig klinischen Problemen abwartend zu verfahren. Kinder mit ausgeprägten anatomischen Veränderungen des Harntraktes und wiederholten Infektionen profitieren eher von Operationen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, die Zahl der MCU-Untersuchungen so gering wie möglich zu halten (nicht mehr als 2). Dazu setzen wir Ultraschall ohne Katheteranlage ein.

Besondere Behandlungsangebote bieten wir für Patienten mit ausgeprägten Hypospadien oder anderen Störungen der Geschlechtsentwicklung im Rahmen einer interdisziplinären Sprechstunde an. Es besteht die Möglichkeit, während eines einzigen Termins spezielle psychologische, endokrinologische, und genetische Aspekte dieser Kinder zu berücksichtigen und in das Behandlungskonzept einzubeziehen. Für Kinder mit Myelomeningozele besteht ebenfalls in Kooperation mit der Neurochirurgie und der Orthopädie eine interdisziplinäre Sprechstunde.

Traumatologie

Bedingt durch Spieltrieb und Erforschung der Umwelt, mangelnde Koordination und fehlende Risikoabschätzung sind Verletzungen bei Kindern häufig und reichen von Prellungen bis zu komplexen Knochenbrüchen oder Weichteilverletzungen. Somit nimmt die Kindertraumatologie einen großen Bereich unserer kinderchirurgischen Versorgung ein.

Zu den sehr häufigen Verletzungen zählen alle Arten von Wunden, diese reichen von Schürfwunden und Fremdkörpern über Bisswunden bis hin zu Amputationsverletzungen. Die Versorgung von kleineren Wunden ist oft mittels Verband und Kleber und somit nahezu schmerzfrei möglich. Bei Nahtversorgung oder größeren Verletzungen ist eine örtliche Betäubung erforderlich. Bei unseren kleinen Patienten ist oft die Gabe eines Medikamentes zur Beruhigung günstig, gelegentlich ist jedoch auch eine Allgemeinnarkose notwendig. Dies gilt besonders für komplexe Verletzungen, zum Beispiel mit Beteiligung von Nerven und Sehnen.

Bei den Knochenbrüchen im Kindesalter gibt es im Gegensatz zur Traumatologie des Erwachsenen entscheidende Unterschiede und Besonderheiten. Da der kindliche Knochen noch wächst, muss für alle Knochenbrüche eine individuelle Behandlung in Abhängigkeit von der Lokalisation, der Verletzungsart und des Alters durchgeführt werden. Typisch, aber selten, sind Verletzungen der Wachstumsfugen, die zu Veränderungen des Knochenwachstums führen können. Besonders relevant sind die selten auftretenden Beinlängendifferenzen, welche Beckenschiefstand und Wirbelsäulendeformierungen zur Folge haben können. Daher bedürfen derartige Frakturen einer Verlaufsbeobachtung bis zum Abschluss des Wachstums.

Allerdings sind auch selbständige Korrekturen verbliebener Fehlstellungen des Knochens möglich. Dieses Potenzial zur Selbstheilung wird in Absprache mit Patienten und Eltern in das Behandlungskonzept einbezogen, somit muss nicht jede Fehlstellung auch operiert werden!

Immer ist es Ziel unserer Behandlung, mit möglichst wenig invasiven Maßnahmen ein optimales, kindgerechtes Ergebnis zu erzielen. Das betrifft nicht nur die Behandlung, sondern auch die Diagnostik. Um eine vermehrte Strahlenbelastung durch unnötiges Röntgen zu vermeiden, werden oft andere bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie eingesetzt.

Bei kindlichen Frakturen ist häufig eine rein konservative Behandlung, z. B. mit einer Ruhigstellung im Gips, erfolgreich. Muss ein abgekippter Knochenbruch gerichtet werden (= geschlossene Reposition), ist dazu meist eine Narkose erforderlich. Oftmals reicht danach eine Ruhigstellung im Gips aus. In seltenen Fällen müssen zum Richten des Bruches die Weichteile breitflächig eröffnet werden (= offene Reposition). Als Osteosynthesematerialien werden dünne Metalldrähte (Kirschnerdrähte), Zugschrauben oder ESIN (= elastisch stabile intramedulläre Nägel) verwendet. Letztere stabilisieren durch Dreipunktanstützung im Innenraum des Knochens den Bruch und benötigen nur sehr kleine Hautschnitte zum Einbringen. Seltener kommt ein Fixateur externe oder eine Platte zum Einsatz. Zahlreiche Knochenbrüche lassen sich ambulant oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes versorgen. Entfernungen von Schrauben oder Marknägeln (in Narkose) bzw. von Drähten (ohne Narkose) nach ausgeheilter Fraktur werden fast immer ambulant durchgeführt.

An unserer Klink werden bei Kindern bis 16 Jahre Knochenbrüche rund um die Uhr versorgt. Neben der konservativen Behandlung stehen alle gängigen Osteosynthese-Verfahren zur Verfügung. Für gebietsüberschreitende Fälle besteht eine enge Kooperation mit der hiesigen Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. Wir verfügen über die Zulassung zur berufsgenossenschaftlichen Behandlung (Kindergarten-, Schul- und Wegeunfälle) und sind Zuweisungszentrum der BG in Norddeutschland.
In unserer kindertraumatologischen Sprechstunde werden die Patienten nachbetreut. Für Schulkinder steht die Sprechstunde selbstverständlich auch nachmittags zur Verfügung.

Hämangiome

Gutartige "Blutgefäßschwämme" (Hämangiome) treten in relativ großer Zahl und unterschiedlicher Form bei Neugeborenen und Kleinkindern auf.  Einige von ihnen müssen sehr aufmerksam beobachtet werden, andere benötigen eine frühzeitige Behandlung durch erfahrene Kinderchirurgen.

Vaskuläre Malformationen (Gefäßfehlbildung) müssen von Hämangiomen in Entstehung,  Verhalten und Therapie deutlich  unterschieden werden.

Die häufigsten lokalisierten Hämangiome sind zur Zeit der Geburt nur bei etwa 1 % der Neugeborenen sichtbar, während sie innerhalb weniger Tage und Wochen schon bei über 10% der Neugeborenen in Einzel- oder Mehrfachlokalisation klinisch in Erscheinung treten. Dabei zeigen sie ein sehr unterschiedliches Wachstumsverhalten. Ein schnelles Flächen- oder Dickenwachstum (Hämangiom wächst schneller als das Kind) muss bei funktionell oder kosmetisch ungünstiger Lokalisation unbedingt verhindert werden.

Als funktionell oder kosmetisch ungünstige Lokalisation schnellwachsender Hämangiome gelten Gesicht, Hals , behaarter Kopf, Anogenitalbereich, Hände und Füße sowie mit Einschränkung Arme und Beine.
In einer Phase des "aufmerksamen Beobachtens" ist den Eltern anzuraten, die Hämangiome im Abstand mehrerer Wochen zu fotografieren. Während dieser Zeit sollten sich die Eltern bereits informieren, welches Behandlungszentrum in ihrer Nähe Erfahrung in der Therapie schnellwachsender Hämangiome hat.

Wird ein Hämangiom dicker, so werden schrittweise alle Hautschichten schichtübergreifend verdrängt. Ein Beginn der Behandlung zu diesem späten Zeitpunkt führt zu Pigmentschäden, Haarverlust Schäden der Augenlider. Die "Ersatzhaut", welche sich nach einem derart späten Therapiebeginn bildet, hat ein eher unelastisches, blasses, narbenartiges Aussehen.

Hat ein Hämangiom nur eine geringe Tiefenausdehnung, so kann mit einer frühen Therapie oft noch eine Abheilung mit Ausbildung normaler Haut erreicht werden.

Die Therapie wird in Abhängigkeit von der Tiefenausdehnung des jeweiligen Hämangioms individuell empfohlen. Sicher und effektiv sind

Die Kontakt-Kryotherapie kann unter Einsatz von hautbetäubenden EMLA-Pflastern ("Zauberpflaster"), wenn nötig auch mit zusätzlicher Sedierung, ambulant in der Sprechstunde erfolgen. Applikationssonden unterschiedlicher Größe, die durch flüssigem Stickstoff auf - 196 °C gekühlt werden, werden über 5 - 6 Sekunden auf die Oberfläche des Hämangioms gesetzt. Dies führt zu einer intrakutanen Zerstörung der Hämangiomzellen. Das Verfahren kann im Abstand von 14 Tagen erneut zur Anwendung kommen.

Mit dem Neodym-YAG-Laser kann der Patient nur in Narkose behandelt werden. Die Hämangiomzellen werden bei dieser Form der Therapie auch in tieferen Gewebeschichten erfasst. Der Abstand zu einer erneuten Laseranwendung sollte unserer Einschätzung nach mindestens 3 Wochen betragen. Nur eine Frühbehandlung führt mit einer geringen Zahl von Narkosen schnell zum Behandlungsziel.

Eine kosmetisch gute chirurgische Entfernung gelingt vor allem bei Hämangiomen im Bereich des behaarten Kopfes, der Achsel- und Leistenregion.